Darf ich bei Bluthochdruck ins Vollbad oder in ein Thermalbad?

Bild eines japanischen Onsen Bades
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Vollbäder und Thermalbäder stellen zwar eine Kreislaufbelastung dar, der Blutdruck wird durch die das heisse Wasser aber eher gesenkt. Daher sollten gerade Personen welche einen zu tiefen Blutdruck haben vorsichtig sein. Auch Patienten mit sehr tief eingestelltem Bluthochdruck und jene Personen bei denen der Blutdruck stark schwankt können „Kreislaufprobleme“ bekommen.
In jedem Fall sollte man zu langes Baden und extreme Temperaturen (über 38-40°) meiden.

Univ. Prof. Dr. Thomas Binder

Warme Bäder Thermalbäder senken den Blutdruck eher. Dies gilt auch für Schwefelbäder welche meist für rheumatischen- und degenerative Gelenkserkrankungen eingesetzt werden. Ähnlich wie in der Sauna erweitern sich durch die Wärme die Gefäße, der Gefäßwiderstand sinkt und der Blutdruck fällt. Wärme- und Thermalbäder belasten jedoch den Kreislauf. Der Puls steigt und mehr Blut wird durch den Kreislauf gepumpt. Das Bad simuliert quasi eine körperliche Belastung. Durch die zusätzlichen Umgebungsdruck des Wassers auf die Gefäße kommt es zu einer Blutumverteilung. Dadurch kann es gerade bei Patienten mit einer Herzschwäche, Atemnot, rezentem Herzinfarkt und schlecht eingestelltem Blutdruck zu Atemnot kommen. Deshalb sollten Patienten mit Atemnot und einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und Patienten mit nicht- oder schlecht eingestelltem Blutdruck Thermalbäder meiden. In jedem Fall sollte man bei Werten über 180mmHg Thermalbäder und heisse Vollbäder meiden.

Langzeitwirkung von heissen Bäder auf den Blutdruck

Warme Bäder fördern das Wohlbefinden und die Gesundheit. Eine interessante Studie kommt aus Japan, wo warme Wannenbäder teil der Kultur sind. In diese Studie wurde untersucht ob die Häufigkeit von Herzkreislauferkrankungen durch häufige heisse Wannenbäder gesenkt werden kann. Tatsächlich haben jene Personen welche täglich ein heisses Bad einnehmen im Vergleich zu jenen die weniger als 2x Woche heiss baden ein um 28% geringeres Herzkreislaufrisiko. Auch das Schlaganfallrisiko konnte um 26% gesenkt werden. Die Temperatur des Wassers betrug bei den Bädern immerhin um 40° Celsius. In wie weit der Blutdruck langfristig durch heise Bäder gesenkt werden kann wurde nie systematisch untersucht. Es gibt aber auch keinen Hinweis das sich heisses Baden schädlich auswirkt.

Heisse Bäder haben in Japan Tradition. Man unterscheidet zwischen Onsen – Baden in einer heißen Quelle und Sento – dem normalen Wannenbad. Heisse Bäder wirken sich günstig auf das Herzkreislaufrisiko aus. Auch der Blutdruck wird günstig beeinflusst.

Zusammenfassend besteht somit kein Grund bei guteingestelltem Blutdruck ein Thermalbad oder ein Wannenbad einzunehmen. Lediglich Patienten mit bei bekannter Herzschwäche, bei Atemnot und sehr hohen Blutdruckwerten (z.B. hypertensive Krise, maligne hypertonie) sowie Personen mit stark schwankenden Blutdruck (Gefahr eines zu tiefen Blutdrucks / Hypotonie) sollten heisse Bäder und Thermalquellen meiden. Übertreiben sie es auch nicht! Bleiben sie nicht zu lange im heissen Wasser.

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