Entwickeln Astronauten Bluthochdruck?

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Ob Astronauten im Weltalt einen Hochdruck entwicklen ist nicht so einfach zu beantworten. Wenn man den Blutdruck am Arm bei Astronauten misst ist dieser eher tiefer als normal. Durch die Schwerelosigkeit steigt aber der Blutdruck im Kopf. Astronauten haben also viel mehr eine Störung der Blutdruckregulation.

Univ. Prof. Dr. Thomas Binder

Auf der Erde finden sich beim Menschen in den verschiedenen Körperteilen sehr unterschiedliche Blutdruckwerte. So kann der Blutdruck auch bei Gesunden in den Beinen 200mmHg betragen, während der Druck im Kopf lediglich 80mmHg ist. Die Schwerkraft beeinflusst also die Verteilung des Blutdrucks. Die Regelkreise unseres Gefäßsystem wirken dem entgegen und helfen zum Beispiel, dass das Blut nicht in die Beine versackt und wir bewußtlos werden. Im schwerelosen Raum kommen diese Regelkreise durcheinander. Bei Astronauten finden sich in allen Körperabschnitten sehr ähnlichen Blutdruckwerte. Da der Blutdruck im Kopf dadurch relative zum Blutdruck in den anderen Abschitten höher als normal ist wird unser Blutdruckkontrollsystem getäuscht. Es glaubt dass der Blutdruck zu hoch ist. Mechanismen werden in Gang gesetzt welche versuchen den Blutdruck zu senken. So wird zum Beispiel die Blutmenge reduziert. Astronauten haben deshalb auch um 22% weniger Blut im Körper.

Astronauten leiden im Weltall unter einer Störung der Blutdruckregulation. Regelmäßiges Training wirkt dem entgegen.

Blutdruckmessungen im All

Bei 24 Stunden Blutdruckmessungen welche auf der Internationalen Raumstation ISS durchgeführt wurden, zeigten dass der durchschnittliche systolische Blutdruck um 8mmHg und der diastolisch Blutdruck um 10mmHg tiefer als auf der Erde liegt. Weil sich der Blutdruck im Körper im Weltraum aber eben anders verhält bedeutet dies nicht, dass der Blutdruck von Astronauten normal ist. Wie sich diese Veränderungen langfristig, z.B bei langen Raumfahrten auswirkt ist unklar. Wir wissen aber, dass die Steifheit der Gefäße im All zunimmt und dass, Astronauten nach ihrer Rückkehr zur Erde zum Teil ausgeprägte Störungen der Kreislaufregulation aufweisen.

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