Welche Langzeitauswirkungen hat die Sauna auf Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen?

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Bei den meisten Patienten mit Hochdruck spricht nichts gegen eine Sauna. Der Blutdruck sollte aber gut eingestellt sein und man sollte „exzessive“ Saunagänge mit zu rascher Abkühlung sollen vermeiden.

Univ. Prof. Dr. Thomas Binder

Es ist hinreichend belegt, dass regelmäßiges Saunagänge (ein paar mal die Woche für 5-20 Minuten) das Risiko von Herzkreislauferkrankungen (kardiovaskuläres Risiko) wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder den plötzlichen Herztod senkt. Die positiven Effekte der finnischen Sauna ist stärker ausgeprägt je öfter und länger man die Sauna besucht (4-7x Woche).

Das Risiko für einen Plötzlichen Herztod sinkt mit der Häufigkeit und Dauer des finnischen Saunabesuches (Laukkanen T, Khan H, Zaccardi F, Laukkanen JA. Association between sauna bathing and fatal cardiovascular and all-cause mortality events. JAMA Intern Med 175, 2005)

Man vermutet, dass der positive Effekte auf das Herzkreislaufrisiko zu einem großem Teil Folge der Blutdrucksenkung ist. Auch die Zunahme der Gefäßelastizität und der Gefäßfunktion (Endothelfunktion) spielt eine wichtige Rolle. Regelmäßige Saunabesuche wirken sich auch günstig auf den Stoffwechsel (Diabetes, Fettstoffwechselstörung) aus.

Auch die infrarot Sauna (trockene Sauna oder Wärmekabine) welche durch geringere Temperaturen, Infrarot-A Licht und das Fehlen eines Aufgusses charakterisiert hat vermutlich positive Effekte auf den Blutdruck und das Herzkreislaufrisko. Die Auswirkungen der Infrarot Sauna ist aber im Vergleich zur finnischen Saun schlechter Untersucht.

Obwohl Saunaanwendungen von ihren Auswirkungen auf den Körper nicht mit körperlicher Belastung vergleichbar sind und diese auch nicht ersetzen können können regelmäßige Saunabesuche einen wichtigen Beitrag zur Gesundhalten liefern. Gerade bei Patienten mit Bluthochdruck und erhöhten kardiovaskulären Risiko ist Sauna zu empfehlen.

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