Wie verhaltet sich der Blutdruck in der Sauna?

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Sauna ist bezüglich der Kreislaufbelastung vergleichbar mit Sport. In Abhängigkeit von der Temperatur, Dauer und Luftfeuchtigkeit steigt der Puls und der Blutauswurf. Wegen der Hitze kommt es allerdings zu einer anderen Blutverteilung. Der Blutdruck steigt deshalb häufig nicht an. Der Blutdruck steigt allerdings kurzfristig stark bei rascher Abkühlung (zum Beispiel in einem Tauchbecken) an.

Univ. Prof. Dr. Thomas Binder

In der Sauna herrschen (bei relative geringer Luftfeuchtigkeit) Temperaturen von 80 – 110C°. Die hohen Temperaturen aber auch die Phase der raschen Abkühlung haben zum Teil zu ausgeprägte Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem. Ein „durchschnittlich“ intensiver Saunagang entspricht in etwa einer Belastung von 70-100Watt und ist vergleichbar mit einer Fahrradgeschwindigkeit von 17-20km/Stunde in der Ebene mit einem Tourenrad. Unser Körper kann sich (für eine begrenzte Zeitdauer) gut an die hohen Temperaturen anpassen. Der Blutkreislauf wird so umgeleitet, dass die Durchblutung an der Oberfläche (und der Muskel) unseres Körpers auf 7/8 Liter pro Minute steigt. Dadurch kann die Hitze abgeleitet werden. Zusätzlich führt unsere Schwitzen (2-4L/Stunde) zu einer Kühlung der Haut.

Während einer Sauna kommt es meist zu einem Abfall des Blutdrucks

Trotz der hohen Außentemperaturen steigt unsere Körpertemperatur um maximal 1°C an (Rektaltemperatur). Unser Puls (Herzfrequenz) steigt in der Sauna im Schnitt um 30% an und Herzfrequenzen von 100-150/min sind nicht selten. Während unsere Herzleistung in der Sauna steigt kommt es bei den meisten Menschen eher zu einem Abfall des Blutdrucks. Die Ursache hierfür liegt in der oben erwähnten „Umleitung des Blutes“ weg von den großen Arterien.

Ein viel größere Belastung für den Körper als die hohen Temperaturen der Sauna stellt die rasche Abkühlungsphase nach der Sauna – zum Beispiel in einem kalten Tauchbecken oder einreiben mit Schnee dar. Die plötzliche Engstellung der Gefäße durch die Kälte kann zu bedeutsamen Blutdruckanstiegen führen. Patienten mit Bluthochdruck sollten deshalb rasche Kälteexposition nach einer Sauna meiden. Nach der Abkühlungsphase sieht man wiederum eine verstärkte Durchblutung der Haut und Muskelregionen welche zu einer rascheren Wiedererwärmung und somit zu einem Abfall des Blutdrucks beitragen.

Das Ausmass der Kreislaufbelastung und der Blutdruckschwankung schwankt von Mensch zu Mensch und ist auch abhängig von der Intensität des Saunagangs. Es ist also wichtig gewisse Regeln für einen sicheren und gesunden Saunagang einzuhalten.

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