Warum ist die Eiweißausscheidung im Harn bei Bluthochdruck wichtig?

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Bei Gesunden werden meist keine oder nur „kleine“ Eiweißstoffe (Proteine) mit dem Harn ausgeschieden. Wenn die Filterfunktion der Niere gestört ist können jedoch auch relativ große Eiweißstoffe (wie Albumin) in größeren Mengen im Harn vorhanden sein (Proteinurie). Eiweiß im Harn kann also auf einen „Endorganschaden“ der Niere im Rahmen eines Bluthochdrucks hinweisen. Patienten mit Bluthochdruck und einer bereits vorhandenen Nierenschädigung haben ein erhöhtes Herzkreislauf (kardiovaskuläres) Risiko und sollten ihren Blutdruck schon bei hochnormalen Werten senken. Deshalb sollte man bei Bluthochdruck auch nach einem Eiweißverlust suchen. Dies gilt vor allem für Schwangere da dies Hinweisend für einen „Präeklampsie“ sein kann. Ob und wie stark der Eiweissverlust durch die Niere ist kann mit einem Harntest (am einfachsten mit einem „Teststreifen“) nachgewiesen werden. Die genaue Menge an Eiweiß wird bei einer 24Stundenharn Untersuchung bestimmt. Hierbei wird der Harn über 24 Stunden gesammelt und dann analysiert. Wenn sehr viel Eiweiß im Harn ist wird dieser auch schaumig. In Abhängigkeit davon wie viel Albumin in Harn nachweisbar ist unterschiedet man zwischen einer Mikro- und einer Makroalbuminurie.

Normalwert Albumin< 30 mg//Tag
Mikroalbuminurie30-300mg/Tag
Makroalbuminurie>300mg/Tag
Teststreifen zur Bestimmung des Eiweißgehalts im Harn

Albumin im Harn findet sich aber nicht nur bei Bluthochdruck sondern auch bei anderen Formen der Nierenschädigungen. So zum Beispiel auch bei Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen oder Nierenentzündungen (Nephritis). Auch bei Irritationen und Entzündungen der Harnwege kann es zu einer Proteinurie kommen. Bei manchen Menschen finden sich gering erhöhte Eiweiss- (Albumin-) mengen ohne das eine Erkrankung vorliegt. In diesem Fall spricht man von einer „benignen“ (gutartigen) Proteinurie.

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