Führt Bluthochdruck zu einer Nierenschädigung?

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Die Niere zählt neben dem Herz und dem Gehirn zu jenen Organen, welche bei Bluthochdruck am meisten in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb findet man bei vielen Patienten mit Hochdruck auch Einschränkungen der Nierenfunktion. Da die Niere aber auch eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation hat führt dies zu einer Verschlechterung des Blutdrucks.

Univ. Prof. Dr. Thomas Binder

Ja, der Bluthochdruck ist die zweithäufgste Ursache (nach Diabetes) für eine chronische Nierenerkankung. Ein hoher Blutdruck führt zu einer Schädigung der Gefäße in der Niere (Nephrosklerose). Dies führt zu einer Unterversorgung der Nephrone (funktionelle Untereinheit der Niere) mit Blut und diese gehen zugrunde. Nephrone sind jedoch für die Filter- und Entgiftungsfunktion des Blutes wichtig.  Mit Fortschreiten der Gefäßveränderung verliert die Niere so die Fähigkeit das Blut zu reinigen und „entgiften“. Eine Nierenschädigung ist erkennbar im Harn (Eiweisauscheidung) und im Blut (erhöhte Nierenwerte wie z.B. Kreatinin, BUN, GFR). Auch eine bestehende Nierenschädigung kann sich durch Bluthochdruck verschlechtern. Zusätzlich führt einen eine geschädigte Niere selbst wiederum zu Bluthochdruck. Patienten welche sowohl Bluthochdruck als auch Diabetes haben ein noch höheres Risiko für eine Nierenschädigung.

Niere und Bluthochdruck: Wenn ein Bluthochdruck länger besteht werden die kleinen Arterien der Niere durch Atherosklerose geschädigt. Diese führt im laufe der Zeit zu einer Nierenschädigung (Niereninsuffizienz)
Warum kommt es bei Bluthochdruck zu einer Nierenschädigung?
Atherosklerose der kleinen und großen Nierengefäße (Nephrosklerose)
Schädigung der Nephrone
Ein höherer Blutdruck ist notwendig  um die Nierendurchblutung sicherzustellen
Niere scheidet vermehrt Hormone aus welche den Blutdruck noch weiter steigern
Verlust der Filter- und  Entgiftungsfunktion der Niere.

Welche Beschwerden habe ich bei einer Nierenschädigung?

Ein frühe Schädigung der Niere macht oft gar keine oder nur sehr geringe Beschwerden. Gelegentlich merkt man ein Anschwellen der Beine (Knöchel und Unterschenkel) oder der Augenlieder. Hierbei handelt es sich um Wassereinlagerungen (Ödeme). Manchmal fällt auch ein heller Harn auf. Dies ist Ausdruck der Unfähigkeit der Niere den Harn zu konzentrieren. Im weiterem Verlauf kommt Müdigkeit und bei schwerer Nierenschädigung (Urämie) auch Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz Bewustseinstrübung dazu. Bei schlecht einstellbaren Bluthochdruck (Therapie oder behandlungsresistente Hypertonie) sollte auch an eine eingeschränkte Nierenfunktion gedacht werden. Die Bestimmung der Nierenfunktion ist hier besonders wichtig da die Niere Medikamente ausscheidet. Gegebenenfalls muss man dann auch die Dosis von manchen Medikamenten reduzieren.

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